Die Offizielle Fanfiction-Universität von Mittelerde (OFUM)
von Camilla Sandman, übersetzt von Cúthalion

Kapitel 53
Dies Gedicht ist bescheuert (weil durch Hitze befeuert)

Ein Gedicht ihm zu schreiben, verlangt er von ihr
Und den sanftesten Ton benutzt er dafür
Ein langes Poem für den Unterricht
„...und anständig, bitte – sonst bestehen Sie nicht.“
Dies also hier ist Linas Erguss,
lest ohne Verachtung, denn leider - sie muss!
Mag sein, die Dichtung ist grauenhaft schlecht
Und bringt Euch zum Weinen – stimmt’s, ich hab recht!

Ein warmer Tag war’s, ganz friedlich und nett
Und Lina, die lag noch schlafend im Bett
Von Kreischen erwacht sie aus tiefem Traum
S’ist Jillian, die kreischt, voll von Sahneschaum
Hätt gern den Elben meuchlings verführt
Doch wurde sie statt dessen „balroggisiert“
Schnell kehrt jedoch wieder Frieden ein
Da hört Lina ein Husten – das muss Gandalf sein!
Barlog, der Balrog hat ihn abgeschleckt
Und mit dem Leiden ihn angesteckt.
Dabei wollte Barlog ihn doch bloß herzen –
er hat schwere Balrog-Magenschmerzen -
Hat einen Abbrecher zuviel verschluckt,
jetzt schmollt er heftig und läuft ganz geduckt
Er wollte doch eigentlich bloß mit ihm schmusen
Und zerquetschte den Ärmsten an seinem Busen.

Lina erwachte, sie musste sich eilen
Durfte nicht länger im Bettchen verweilen
Fand Aufsteh’n am Morgen bisher niemals spitze
Und diesmal erwacht sie sogar in ´ner Pfütze!
Gimli vergaß ohne jede Begründung
Ragnas verblüffende, neue Erfindung
Ein Blitzbad für Schnelle sollte es sein
Statt dessen fanden es alle zum Schrei’n.
Im Waschraum – als ob’s schlimmer nicht werden kann –
schmachtet die Hexenmauer sie an.
„Lass mich dich umarmen, oh Lina schön!“
Zum Glück hat Gimli das Ganze geseh’n
Haut der Mauer recht kräftig die Axt vor den Latz
Und Lina stürzt sich jubelnd auf ihren Schatz
Den ganzen Morgen gab’s lautes Geheule
Die Mauer beklagte sich über die Beule...

Tadad wollte indessen Elrond auflauern
Das musste sie leider sehr schnell bedauern
Sie wollte ihn sehen, sie fand ihn so toll
Und fiel über Zehchen, der war sternhagelvoll
Und jammerte, dass ihm sein Brotweibchen fehlt,
die wurd’ derweil heftig von Sehnsucht gequält
Sie wollte Liebe von ihrem Schatz
Doch der hatt’ im Kopf nur für Schreibfehler Platz
Wollte gern die Weltherrschaft übernehmen
Anstatt zum Liebesspiel sich zu bequemen.
Da schnappt ihn sich Lina und tadelt ihn barsch
Ein Egoist sei er, ein Flegel – Mensch, was für ein A---
Da ging Zehchen in sich, umgurrte sein Weibchen
Und ging ihr mit stürmischer Liebe ans Leibchen
Er brauchte zwei Tage, dann wurde sie weich
Das Regal wurd’ zum Kuschel-Himmelreich.

Lina indessen kam leider zu spät
In ihre Klasse, das war ziemlich blöd
Sie rannte wie wild und vermied jede Mauer
Denn eine lag ständig nach ihr auf der Lauer
Und quälte mit Versen, so grauenhaft scheußlich
Dass Lina vor Übelkeit wurde ganz weißlich
Wer kann ihr nach all diesem Elend verwehren
Dass niemals sie wollte Gedichte mehr hören?

Tom Bombadil glaubt, er sei Meister darin
Mit gelbem Hut und nur Versen im Sinn
Mit upurnen Stiefeln gar prächtig und fein
Lud er seine Klasse zum Dichten ein
Sein Dasein mit Epen anständig zu preisen
Sein Lob zu singen mit viel schönen Weisen
Und zu schildern die vielen Töne von Grün
- die Studenten wollten nun bloß noch flieh’n -
Lina verpasste die Ode nur knapp
Und wischt vor Erleicht’rung den Schweiß sich ab
Saß neben Grey Lady Bast, die wirkte verloren
(von Toms Versen bluteten ihr beide Ohren).
Doch Tom war das Ganze völlig egal,
er schwafelte weiter, der Klasse zur Qual
Die Zuhörer waren schon völlig erschüttert
„Kommt es wohl noch schlimmer?“ so dacht’ man erbittert
Am liebsten wären sie alle geflüchtet
Doch hätte Miss Cam sie alle gesichtet,
dann wäre wohl alles noch ärger gekommen,
so blieben sie sitzen und lauschten benommen.

Und Lina, die hatte was and’res im Sinn
Sie dachte an Gimli, gab sich Wunschträumen hin
Ihr Gimli, ganz nackt, ohhhh... ihr wurde heiß...
Sie wischt von der Stirne sich heimlich den Schweiß
All die Dummköpfe, die denken, ein Zwerg wäre hässlich
Und erotische Spielchen mit ihm furchtbar grässlich
Haben schlicht keine Ahnung, die sind einfach blind,
weil die meisten von ihnen scharf auf Legolas sind
und Liebeslieder jaulen vor seinem Zimmer
(ihm schmerzen die Ohren von diesem Gewimmer)

Nein, Lust ist nicht das selbe wie Liebe
Denn Liebe ist Feuer, die Lust dient dem Triebe
Und Legolas ist zwar ein Augenschmaus
Doch Lina hält’s ohne Gimli nicht aus
Ja, Frodo ist süß und so recht was zum Schmusen
Doch Sehnsucht nach Gimli erfüllt Linas Busen
Und Morgoth – zu böse, ein finsterer Schuft
Wär unter der Kutte auch mehr noch als Luft...

Endlich – der Unterricht ist nun vorbei
Lina haut ab wie der Blitz – eins, zwei drei!
Der Hörsaal ist in Windeseile verödet,
die Studenten geflüchtet – bevor sie verblödet –
Brog wimmert, denn ihr tun die Augen weh:
„Daß urpurne Stiefel ich ja nie wieder seh!“
Und dies Poem soll jetzt auch noch jemand benoten!
Es gibt Dinge. lieber Leser, die gehören verboten.


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