Die Offizielle Fanfiction-Universität von Mittelerde (OFUM)
von Camilla Sandman, übersetzt von Cúthalion

Kapitel 41
Ein Körper-Knall, eine Kopfnuss und eine Gemeinschafts-Erkennungsmelodie

Lina brach keuchend auf ihrem Bett zusammen.

„Ohgottohgottohgottohgott.“ murmelte sie und starrte hinauf zur Decke. Diese Frau war BÖSE! Und diese Strafe – nur weil ein paar versucht hatten, ein Loch in die Wand der Lehrer-Sauna zu bohren, damit sie ihre Lustobjekte nackt beobachten konnten (Lina hatte den Verdacht, dass Cenire eine von ihnen war, denn sie hatte irgendetwas über den „schrecklich nackten Radagast“ gemurmelt).

Dot kam ebenfalls hereingestolpert und ließ sich auf einen Stuhl fallen.

„Könnte sie das ultimativ Böse sein, was meinst du? Was für eine Strafe!“

Lina hatte kaum die Kraft, die Schultern zu zucken. „Ich könnte sie auf meine Liste der Möglichkeiten setzen.“

„Was sind die anderen?“

„Miss Cam, Urpur, schlechte Grammatik, Hobbit-Oooooch...“

„Hobbit-Oooooch?“

„Also... erinnere dich, wie wir deswegen alle gelernt haben wie verrückt? Und wie oft hat jemand Pilze für einen der Hobbits gemopst? Denk dran, Elrond ist so ziemlich auf jeden sauer, aber bei den Hobbits gluckst er nur. Ganz klar, Hobbit-Oooooch hat erstaunliche Macht.“

„Gutes Argument.“

Eine Weile herrschte Schweigen, während die beiden vor sich hin keuchten und versuchten, ihre Beine zu spüren.

„Bin das bloß ich, oder dreht sich die Decke?“

„Das bist bloß du, Lina. Der Fußboden dreht sich.“

Lina stöhnte nur und schloss die Augen. Irgendwo in der Entfernung hörte sie, wie eine neue Gruppe zur Grammatik-Trainingsstunde geführt wurde und damit konsequenterweise zu ihrem Schicksal. Sie musste Elrond wirklich fragen, wie man die Aussprache von „Schicksal“ ordentlich schicksalhaft hinbekam. Obwohl – vielleicht nicht diese Woche, er war ganz schön beschäftigt. Der Elb hatte Meir Brin angeheuert, damit sie das „Gefährten-Mantra“ verbreitete – sie plante eine Flugblatt-Aktion. Elrond selbst erwog, aus der Zahl der Gefährten eine Erkennungsmelodie zu machen... er hatte gehört, dass Erkennungsmelodien sich in den Köpfen der Leute festsetzten (Vielleicht waren Erkennungsmelodien das ultimativ Böse?)

Ich sollte mich auf den Weg machen.“ sagte Lina endlich, obwohl ihre Füße darauf bestanden, dass sie das wirklich besser nicht sollte. „Ich treffe mich mit Gimli zum Abendessen.“

„Mmmm...“ erwiderte Dot und hob eine Hand zu einem schwachen Winken.

Ungeachtet der Tatsache, dass ihr Körper protestierte, sie müsse ein Nickerchen machen (für ein Jahrhundert oder so), brachte sie es fertig, zur Tür hinaus zu kriechen. Die Flure waren leer – die, die nicht in der Grammatik-Trainingsstunde waren, lagen vermutlich alle im Bett und wünschten sich, sie wären tot.

Im Hauptkorridor kam sie an Miss Thundera Tiger und Miss Cam vorbei, die durch das Fenster hinunter auf den Rasen schauten.

„Ach... schau dir nur die Mini-Balrogs an!“ sagte Thundera Tiger bewundernd.

„Ich bin so stolz!“ erwiderte Miss Cam.„Schau... sie spielen Körper-Knallen mit den Studenten! Ah, meine Mini-Balrogs... Aber wer hätte voraussehen können, dass es so viele sein würden?“

„Du solltest nie schlechte Rechtschreibung und Faulheit unterschätzen.“

„Wiohl wahr. Aber wirklich – Threnadil? Glofindell? Glion? Oder Yowyn?“

„Laegless, nicht zu vergessen.“

„Dankeschön – das hätte ich beinahe.“

Die beiden wandten ihre Aufmerksamkeit wieder dem Spektakel draußen zu. Lina konnte Miss Dwimordene dort unten sehe, die sogar noch grimmiger dreinschaute als sonst, während Shadow in Adlergestalt über ihnen kreiste.

„Seht Ihr, die Mini-Balrogs ,legen’ Euch flach auf’s Kreuz (merkt Ihr, dass ,Euch’ ein direktes Objekt ist, nämlich derjenige, mit dem etwas geschieht, Kinderchen?). Und was Ihr tut, nach dem Euer Rückgrat gebrochen ist, ist ,daliegen’ und wimmern (bemerkt bitte, dass Ihr diesmal das Subjekt seid, und das es nirgendwo ein Objekt zu finden gibt!).“ sagte Dwimordene und ließ ihre Knöchel knacken. „Übrigens... die Person, ,deren’ Gedicht wir heute morgen unter Legolas’ Fenster gehört haben (Possessivpronomen, Leute!), ist dieselbe, ,welche’ (zusammengezogenes Subjekt und Verb) im Mini-Abgrund in der Falle sitzt, seit Grimli und Leogals zur Rettung des Elbenknaben herbeigeeilt sind. Ich hoffe, Ihr macht euch alle Notizen.“

Ein allgemeines Stöhnen war ihre einzige Antwort.

„Das Wunder-Duo Grimli und Legoals.“ Thundera Tiger lächelte. „Sie werden in diesem Semester bestimmt den Feurige-Peitsche-Preis gewinnen, weil sie ganz sicher die meisten Einbruchsversuche verhindert haben.“

„Weiß nicht... Borimir und Farimir waren in letzter Zeit ziemlich gut.“

Lina überließ die beiden ihrer Mini-Balrog-Diskussion und wanderte langsam in Richtung Lehrkörper-Abteilung. Die Mini-Balrogs waren gut im Körper-Knallen, soviel war sicher.

Auf dem Weg stolperte sie beinahe über einen der Nuzgul (die Nazgûl-„Bunnies“ – niemand war sich so ganz sicher, was man mit ihnen anfangen sollte); sie machten einen Sprungwettbewerb, um zu entscheiden, wer Nuzgul Eins war (der Haxenkönig von Walmart), wer Nuzgul Nummer zwei war, und wer als Letzter Nuzgul Nummer Neun und somit der Verlierer sein musste.

Die Lehrkörper-Abteilung war ziemlich still, obwohl man Unsichtbar-Legolas irgendwo leise singen hören konnte. Gandalf hatte es immer noch nicht fertig gebracht, die Sache in Ordnung zu bringen, aber er hatte versprochen, nächste Woche würde es ganz sicher soweit sein. Nicht, dass es Legolas etwas ausmachte. Er musste morgen eine Unterrichtsstunde geben, und unsichtbar zu sein minderte ganz sicher das Risiko, niedergetrampelt zu werden.

„Hallo, Lina.“ sagte eine Stimme neben ihrem Ohr – oder tatsächlich auf der Höhe ihres Nabels. Hobbits waren immerhin nicht sehr groß.

„Pippin – du bist auch unsichtbar?“

„Wir haben Gandalfs Tee geklaut.“ sagte Merry irgendwo in der Nähe. „Die Unsichtbaren Urpurnen Banditen – wir haben es schon geschafft, Ragna in Sarumans Bett zu schmuggeln, und Pippin hat Gandalf den Palantír gemopst.“

„Ich haben ihn mir ausgeliehen, Merry. Am besten, wir schauen uns Sarumans Reaktion aus sicherer Entfernung an.“ erwiderte Pippin. „Sollen wir gehen und die Küche ausräubern?“

„Exzellente Idee, Vetter.“

„Glaubst du, Schlangenzunge würde es merken, wenn wir eklige Krabbeltiere in seine Unterwäsche-Schublade stecken?“

„Ich glaube nicht, dass er überhaupt Unterwäsche hat, Pippin.“

Die Stimmen der beiden Hobbits erstarben in der Entfernung und ließen eine kopfschüttelnde Lina zurück. Als ob Frodo, der den Ring besaß und damit die Möglichkeit, sich unsichtbar zu machen, nicht schon schlimm genug war (obwohl er, technisch gesehen, nur in die Schattenwelt hinüberging und nicht wirklich unsichtbar wurde – was ihnen Elrond ihnen mehr oder weniger buchstäblich eingehämmert hatte)... jetzt gab es auch noch Merry und Pippin.

„Sei gegrüßt, Lina Holling.“ sagte eine kräftige Zwergenstimme, und sie drehte sich um und sah sich Glóin gegenüber, Gimlis Vater.

Eine Menge Dinge schossen ihr durch den Kopf, hauptsächlich aber: „Ich könnte schneller rennen als ein Zwerg, oder nicht?“

„Ähhmmm... hi.“

„Wie es bei uns Sitte ist, biete ich Dir die traditionelle Kopfnuss als Begrüßung in unserer Familie an.“ fuhr er fort, und das nächste, woran Lina sich erinnerte, war, dass sie mit einem Traktor zusammenprallte. Nun... tatsächlich war es der Kopf eines Zwergen, aber er fühlte sich an wie ein Traktor.

„Mein Sohn ist ein sehr eigensinniger Zwerg.“ sagte Glóin, und Lina versuchte, sein Gesicht deutlich zu sehen. „Und nachdem er mich im Armdrücken geschlagen hat, muss ich mein Einverständnis geben.“

Lina starrte betäubt hinter ihm her, während er davon ging und sie zurückließ, damit sie sich den Kopf reiben konnte. Konnte ihr Körper noch mehr wehtun? Warte – keine gute Frage.

„Ich hab’s!“ erklärte Elrond und marschierte triumphierend in die Halle. „Bei den Valar, ich hab’s! Die Gemeinschafts-Erkennungsmelodie!“

Er hüstelte diskret, während andere Lehrer aus ihren Zimmern spähten (und während Saruman kreischte: „Ragna! Raus aus meinem Bett – jetzt!“)

Elrond hüstelte noch einmal, hielt einen Bogen Papier hoch und fing an zu singen.

„Neun die Zahl, das ist gewiss,
keine Zehn, ja, merkt Euch dies!
Neun, das weiß doch jedes Kind,
und auch, dass es Menschen sind.
Neun ist die Anzahl,
Neun ist die Anzahl,
Neun ist die Anzahl,
Herr Elrond sagt mir dies.“

„Na großartig.“ dachte Lina verzweifelt. „Jetzt bluten auch noch meine Ohren.“


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