Die Offizielle Fanfiction-Universität von Mittelerde (OFUM)
von Camilla Sandman, übersetzt von Cúthalion

Kapitel 40
Durch Krankheit und Schmerz (und Urpur)

Es ist scheußlich, krank zu sein. Es ist besonders scheußlich, wenn man nicht zu Hause oder in der Nähe seiner Familie ist, die es nie versäumt, einen mit Suppe zu versorgen. In einer Universität ist die Chance, dass einem jemand Suppe bringt, äußerst gering – es sei denn, der Kranke ist Legolas, denn in diesem Fall würden Hunderte von Mädchen Hühnersuppe kochen in der Hoffnung, die Glückliche zu sein, die sie an den bedauernswerten Elb verfüttert.

Natürlich hilft es, einen liebevollen Freund zu haben, wenn man krank ist. Einer, der dir ,Spezial-Zwergensuppe’ bringt. Selbst wenn dir die Suppe kurzzeitig einen Bart wachsen lässt, ist es immer noch eine nette Geste.

Lina war allerdings noch nicht am schlechtesten dran, verglichen mit dem armen Legolas. Der Elb hatte Gandalfs ,Bald geht’s besser’-Tee versucht und musste... nun ja, die Konsequenzen der Gandalf-Küche tragen. Niemand hatte Legolas seither gesehen – gehört hatten sie ihn allerdings. Die Tee hatte ihn anscheinend unsichtbar gemacht... nur für kurze Zeit, wie zu hoffen war.

Aber, wie Legolas es ausdrückte: „Immer die gute Seite sehen, sagt man nicht so? Wenigstens kann ich jetzt herumlaufen, ohne dass sich jemand auf mich stürzt.“

Phoenix Song brachte es erstaunlicherweise trotzdem fertig, sich auf ihn zu stürzen (allerdings nicht für lange, die Mini-Balrogs waren schnell). Scheinbar hatte sie ,Jedi-Ritter’ geschrieben, als es auf ihrem Anmeldeformular um die Rasse ging (mit dem Zusatz, das sei nur ein Witz).

Traurigerweise hatte das Registrierungsbüro keinen Sinn für Humor (Gandalfs Biskuits hatten ihnen den schon vor Zeitaltern ausgetrieben). Also war sie ein Jedi (mit der besonderen Gabe, Dinge zu sehen, die andere nicht sahen). Und die Schwesternschaft des Bösen machte sich Hoffnungen, einen Sith ins Leben zu rufen.

Erstaunlich genug war Miss Cam ebenfalls krank. Lina war sicher gewesen, dass Bakterien beim bloßen Anblick von Miss Cam die Flucht ergriffen, aber anscheinend stimmte das nicht. Tapfere Bakterien – sie hatten sogar Sauron niedergestreckt. Morgoth war erfreut, denn jetzt konnte er bei der Schachpartie mogeln, die die beiden Dunklen Herrscher angefangen hatten. Natürlich überredete Sauron Lyle, die Aufstellung auf dem Brett wieder zu verändern, und dann ließ Morgoth Saruman sie noch einmal verändern – bis erstaunliche zehn Königinnen pro Farbe auf dem Brett standen.

„Dank“ der massiven Krankheitswelle fielen Unterrichtsstunden aus. Elrond war bitter enttäuscht, weil er seinen gewaltigen „Die Zahl ist...?“-Test absagen musste (aber er wurde leicht aufgeheitert, als Sorne kam und ihn freiwillig machte). Und das Ganze gab ihm die Zeit, sich einen noch schlimmeren Test auszudenken.

Shada und Stephanie nahmen sich die Zeit, an einem Anti-Unsichtbarkeits-Trank für Legolas zu arbeiten („Wir wollen unsere geliebte Sahneschnitte sehen!“), aber statt dessen jagten sie beinahe die Küche in die Luft (zusammen mit Nissa, die sich hereingeschlichen hatte, um den Trank zu stehlen, damit sie diejenige war, die Legolas sichtbar machte). Die „Liebes-Pilzsuppe“ von Liela und Niamh, die sie für Merry und Pippin gekocht hatten, wurde ruiniert, und Brotbein verwandelte sich kurzzeitig in ein Croissant (obwohl Zehchen nicht allzu unglücklich darüber war. Er hatte sich immer schon für „französische“ Liebe begeistert).

Thalia überwand ihren kranken Körper und setzte ihren ,Arwen niederschlagen und ihren Platz einnehmen’-Plan in die Tat um. Traurigerweise verwechselte sie in ihrem Fieber Celebrían (die echte, nicht die Studentin) mit Arwen, und Elrond war nicht amüsiert. Natürlich war Elrond fast nie amüsiert – es sei denn, wenn er Tests korrigierte und in riesigen roten Buchstaben Sechsen malte.

Gandalf erhielt wieder die Erlaubnis, die Küche zu betreten (um daran zu arbeiten, wie man Rabagast, Radagast’s bösen Zwilling, in eine Fliege verwandeln konnte, um Miss Cam die Möglichkeit zu geben, sie zu zerquetschen). Er wurde flankiert von Moroko (die sich selbst zum Gandalf-Fanmädchen erklärt hatte, obwohl sie jedes Mal, wenn Legolas in der Nähe war, fast in ihrem eigenen Speichel ertrank. Nicht, dass das etwas Ungewöhnliches war. Miss Cam hatte dem Elb vorgeschlagen, er könnte, wenn er die Massen, die ihn bedrängten, verzweifelt genug loswerden wollte, immer noch einen Striptease hinlegen und ihnen zusehen, wie sie vor Verzückung starben. „Benutzen Sie die Macht, Legolas.“, wie sie es ausdrückte).

Die Mini-Balrogs waren durch den Mangel an Leuten zum Erschrecken und Fortjagen so gelangweilt, dass sie eine Vereinigung bildeten und eine Gehaltserhöhung forderten (MIBA, die Union zu Förderung des Wohlergehens der Mini-Balrogs). Unter den Forderungen war eine eigene Abteilung und ein neues Trampolin, um Angriffe in der Luft zu trainieren. Allerdings ein Trampolin mit Stacheln, damit das anständig böse Aussehen gewahrt blieb. Elassar, der Kopf der Mini-Balrogs (wenigstens, bis er gestürzt wurde) führte einen harten Verhandlungskurs.

Boromir war ziemlich am Boden zerstört, dass sein Seminar ,Wie-man-Leute-in-den-Arsch-tritt-und-mit-Grazie-sowie-buchgetreu-stirbt (nicht-bloß-um-sicherzustellen-dass-dein-Lustobjekt-dich-für-immer-lieben-und-anschmachten-wird’ verschoben werden musste. Den Boromir-Mädchen ging es genauso; sie schleppten sich sogar aus dem Bett, um zu protestieren (und sahen dabei so halbtot und erschreckend aus, dass sie es tatsächlich fertigbrachten, an den Mini-Balrogs vorbeizukommen, die dachten, sie seien Gastdozenten für ,Gemeine Günstlinge’) Traurigerweise verwechselten die Mädels Boromir Zimmer mit dem von Faramir. Ihre Schreie, als sie von Éowyn gejagt wurden, waren bis zu Linas Zimmer hörbar. Und nun waren ein für alle Mal alle davon überzeugt, dass Éowyn tatsächlich Arschtritte austeilen konnte.

Die Sache bewies auch, dass Hormone nicht einmal durch Bakterien besiegt wurden.

Die Krankheitswelle sorgte außerdem für Stimmungsschwankungen. Irgendwann ging Goldbeere auf Tom Bombadil los, weil er ihr keine Hühnersuppe holte („Du liebst mich bloß, weil ich Synonyme für ,blau’ kenne!“), aber mit einem Vier-Stunden-Gedicht über die Farbe ihrer Augen gewann er sie wieder zurück. Ragna der Urpurne war enttäuscht, denn er hatte vorgehabt, sie zu umwerben.

Alles in allem war Lina nicht allzu unglücklich darüber, im Bett zu bleiben, vor allem wegen Gimli, der sie über die Ereignisse in der Lehrkörper-Abteilung auf dem Laufenden hielt, und Legolas Erzählungen über Fëanors Versuche, etwas noch Größeres als die Silmarilli zu erschaffen – einen urpur-abwehrenden Edelstein.

Aber natürlich kann manches Böse einfach nicht gebannt werden. Manches Übel ist... ultimativ?


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