Die Offizielle Fanfiction-Universität von Mittelerde (OFUM)
von Camilla Sandman, übersetzt von Cúthalion

Kapitel 22
Geschickte Lösungen und offensichtliche Antworten

Stimmen wurden langsam lauter, so, als würde ein Radio angedreht.

„...aber er hat trotzdem gewonnen. Der längste Wurf, und das, obwohl er mit Lina geworfen hat. Ein neuer Rekord war es auch. Er besteht darauf, dass sie die Hälfte des Preises bekommt.“

„Vielleicht wird sie das trösten.“

Lina blinzelte und versuchte, deutlich zu sehen. Es klang, als stünden Gandalf und Miss Cam irgendwo ganz in der Nähe. Wieso waren... oh ja. Das Werfen. Das würde erklären, warum sie sich fühlte, als sei sie gestorben, ihre Nerven aber nicht; sie signalisierten ihr weiterhin Schmerzen

„Au...“ sagte sie schwach.

„Aha, sie ist wach.“

Gandalfs Gesicht kam in ihr Blickfeld, ein einziges Lächeln.

„Glückwunsch, gemeinsamer JEWM-Champion! Die Ents halten gerade jetzt ein Entthing ab, um darüber nachzudenken, wie sie Sie in ihre ,Große Namen der Entgeschichte’-Liste aufnehmen sollen. Ich erwarte, dass sie sich in ein paar Jahren entschieden haben werden.“

„Na schön.“ murmelte Lina und war erleichtert festzustellen, dass sie mit den Zehen wackeln konnte, obwohl das so furchtbar wehtat, das sie sich fast wünschte, sie könnte es nicht.

„Nach etwas Ruhe geht es Ihnen wieder gut.“ sagte Miss Cam forsch. „Und Thalia und Mithara sind hier, um Ihnen Gesellschaft zu leisten; sie haben ebenfalls ein paar leichte Verletzungen erlitten. Komm schon, Gandalf, die Heiler sind durchaus fähig, sich um sie zu kümmern.“

Gandalf schenkte Lina ein fröhliches Lächeln und trottete davon; er ließ sie allein und sie starrte an die Decke.

„Lina?“ flüsterte jemand vom anderen Ende des Zimmers.

„Hmm?”

„Tut Ent-Werfen weh?”

„Ja, Thalia, tut es.“

„Ach... ich hatte es hingekriegt, die Mini-Balrogs zum Schlafen zu bringen, indem ich ihnen Enttränke gegeben habe – aber ich habe von Arwen einen Tritt in den Hintern bekommen. Sie hat mich dabei erwischt, wie ich mich in Aragorns Zimmer schlich, einen Riesenteddy voller Süßigkeiten unter dem Arm.“

„Au.“

„Ja.“

„Was ist mit Mithara passiert?“

„Oh, sie hat sich nach mir hineingeschlichen und hat Sarumans Zimmer mit dem von Legolas verwechselt. Und Saruman war nicht glücklich darüber, unterbrochen zu werden.“

„Au.“

„Ja.“

Ein langes Schweigen folgte. Lina versuchte ihrem Körper mitzuteilen, dass es nicht so weh tat, aber ihr Köper bestand darauf, das täte es doch. Sie hob ein wenig den Kopf und schaute aus dem Fenster. Es war ein wunderschöner Tag, ein klarer, blauer Himmel und reine, weiße Wolken.

Der Wind bewegte die Wolken träge über den Himmel. Komisch, sie schienen beinahe Worte zu formen... Der erste Buchstabe schien ein ,E’ zu sein, dann kam ganz sicher ein ,s’, ein ,i’, noch ein ,s’ und ein ,t’, dann ein großes ,T’, ein ,o’,,l’,,k’,i’,,e’ und endlich ein ,n’.

Sie blinzelte. Die Wolken schienen sich wieder zu ändern.

,G’,e’,h’,t’* ,e’,s’ *,n’,o’,c’,h’*,o’,f’,f’,e’,n’,s’,i’,c’,h’,t’,l’,i’,c’,h’,e’,r’?

Junge, Junge. Wie heftig war der Schlag auf den Kopf eigentlich gewesen? Jetzt redeten schon die Wolken mit ihr. Das konnte kein sehr gutes Zeichen sein.

Sie schloss die Augen, versuchte zu schlafen und öffnete sie auch nicht, als Brotbein zu ihr hochsprang und sich aus ihrem rechten Arm ein bequemes Bett machte.

„Oyoy-au-oy?“

„Kein allzuschlimmes Au, Brotbein.“ antwortete sie träge. Sicher, sie war Hunderte von Metern weit geschleudert worden (wahrscheinlich), und ihr Köper wäre viel lieber tot, als die Schmerzen durchzumachen, die sie gerade fühlte, und vielleicht wurde sie verrückt, aber sie war der Würdelosigkeit entkommen, entweder Pink oder Orange zu tragen, wann immer Gimli vorhatte, sie abzuholen. Ach du Schande. Als sie geworfen wurde, trug sie ihren BH, oder nicht? Oh nein. Vor allem, wenn eine gewisse Wand es gesehen hatte...

„Missssss Lina?“ kam eine zischende Stimme, und sie schaute auf, um einen der Nazgûl neben ihrem Bett stehen zu sehen. „Für Sssie.“

Er überreichte ihr ein Briefchen, glitt wieder hinaus und zerkratzte mit den scharfen Spitzen seiner Stiefel den Boden.

„Oh nein...“ stöhnte sie und wusste bereits, von wem es kam. Die Hexenmauer, natürlich. Aber sie musste es einfach lesen, es zog sie an wie ein Single-Treffen einen Ent.

„Lina, meine Lina, schönste von allen
Ich rufe nach dir, ich bin dir verfallen
Wir gehören zusammen, ich hab’s klar im Kopf,
du bist der Deckel und ich bin der Topf
würd barfuß auf Kohlen und Reißzwecken geh’n
könnt ich diese Brüste gleich noch einmal sehn.“

„Oyoyoje...“ sagte Brotbein mitfühlend.

„Was hast du gekriegt?“ wollte Thalia wissen.

„Bloß ein albernes Liebesgedicht.“

„Oooohh. Von der selben Person, die dir diese Blume geschenkt hat?“

„Was?“

„Neben deinem Bett.“

Lina wandte den Kopf und sah, dass jemand tatsächlich eine Blume neben ihr Bett gestellt hatte. Nur dass es nicht wirklich eine Blume war, sondern etwas Silbrigies, zu einer Blume geformt.

„Nein...“ sagte sie leise.

„Miss Lina?“ rief jemand vom Fenster, und sie schaute hinaus und sah Blätterarm draußen stehen. „Sollen wir die Hälfte des Preises in Ihr Zimmer bringen?“

„Sicher.“ erwiderte sie und wandte ihre Aufmerksamkeit wieder der Mithril-Blume zu. Es konnte wirklich nur einen geben, der das für sie gemacht hatte, und zu ihrer Überraschung spürte sie, wie es in ihrem Herzen prickelte.

Sie lehnte sich zurück, hielt die Blume fest und versuchte einzuschlafen. Der Versuch dauerte genau fünf Minuten, bis die Tür aufflog und Dot hereinmarschiert kam.

„Lina, wieso haben wir 200 Ausgaben von PLAYENT in unserem Zimmer?“

„Was?“

„PLAYENT. Um das Magazin zu zitieren: Entfrauen, wie Sie sie noch nie gesehen haben.“

„Ach du Scheiße. Das muss der Preis gewesen sein. Oder genauer gesagt, der halbe Preis.“

„Und was zum Donnerwetter schlägst du vor, was wir damit machen sollen?“

„Ich habe keine...“ begann Lina, dann hielt sie plötzlich inne. Sie hatte eine Idee. Natürlich! Das würde zwei Probleme auf einmal lösen.

„Ganz einfach, Dot...“

Ein paar Stunden später war Lina glücklich eingeschlafen, Syndarys wurde von einem Mini-Balrog verfolgt, Lily versuchte die Urpurnen Banditen (vor allen die Pippin-Hälfte) damit zu ködern, dass sie Urpurfarbe verkaufte, und in den den Toiletten brannte immer noch Licht.

Mit einem Stapel von 200 PLAYENT-Ausgaben neben einer sabbernden Hexenmauer.


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