Die Offizielle Fanfiction-Universität von Mittelerde (OFUM) Kapitel 20 Komm schon, erzähls mir! drängelte Dot zum billionsten Mal; ihre Augen bohrten beinahe Löcher in Lina hinein. Wie ist es? Ist Legolas morgens genauso anbetungswürdig wie tagsüber? Komm schon, du musst es mir erzählen! So viel gibts da gar nicht zu erzählen. sagte Lina widerwillig und starrte an die Decke. Sie war von einer Gruppe Mädchen in eine Ecke gedrängt worden, sobald sie gemeinsam mit Aragorn den Hörsaal betreten hatte (der ebenfalls schnell in eine Ecke gedrängt wurde, aber ein paar bohrende Blicke von den Mini-Balrogs hatten die meisten der Mädels verscheucht). Ihr Unwille, viel zu erzählen, hatte das Interesse nur noch mehr angeheizt. Bis zum Abendessen war fast jedes Mädchen auf der Universität (und ein paar der Jungen) vorbeigekommen, neugierig auf Details. . Ein paar versuchten sogar, sie zu bestechen, um herauszufinden, wo sich das Zimmer ihres Lieblings befand. Ihr war so ziemlich alles angeboten worden, von kostenlosen Massagen bis zur Nagelpolitur, aber sie verspürte einfach nicht den Drang, davon zu erzählen. Seltsam war das. Noch ein paar Wochen zuvor hätte sie es wahrscheinlich allen so oft erzählt, bis sie angefangen hätten, die Geschichte zu hassen. Oh, du bist hoffnungslos! Du hast dort eine ganze Nacht verbracht und sagst mir, es gibt nicht viel zu sagen? Ist Cäsar etwa nach England gegangen und sagte: ,Ich kam, sah und es gab nicht viel zu sehen? Ich glaube nicht, Erzähl es uns, du böses Geschöpf! Ich habe die meiste Zeit geschlafen. Du bist unmöglich. Dot seufzte und tätschelte Klein-Brotbein, der auf dem Boden herumspazierte, so glücklich aussah wie immer und Butter von der Butterschale schleckte. Ich habe mich einfach nicht danach gefühlt, es mit der ganzen Universität zu teilen, in Ordnung? Es ist... Sie wedelte mit den Händen, ...genauso, wie wenn du kleine, perfekte Augenblicke nicht mit jedem teilst, richtig? Weil niemand verstehen würde, warum sie perfekt sind. Du bist seltsam. Vielleicht bin ich das. antwortete Lina sanft. Komm schon, wir müssen ein Essay schreiben. Scheiße, ich muss zwei schreiben. Sauron hat mir eins aufgegeben, und ich mache mich besser dran. Komm, gehen wir in die Bibliothek. Um die Wahrheit zu sagen... sie war sich nicht wirklich sicher, was es zu erzählen gab. Sie fühlte sich benommen, und sie ertappte sich dauernd dabei, die Kette zu befingern, die um ihren Hals hing. Alles fühlte sich ganz einfach so... kompliziert an. Junge, Junge. Am besten, sie vergrub sich eine Weile in Elbengeschichte, oder Elrond würde sie mit Pilzgeruch überziehen (was sicherstellte, dass ihr ein Strom von Hobbits hinterherlief, wo immer sie auch hinging). Dot folgte ihr widerwillig; wahrscheinlich erinnerte sie sich an Elronds Drohung. Manchmal war der Elbenherr noch schlimmer als Sauron, was eine Menge besagte. Es sollte eigentlich menschlich unmöglich sein, noch schlimmer zu sein als Sauron, aber schließlich war Elrond ja auch kein Mensch. Es gab einen kleinen Aufruhr in der Bibliothek; Jena und Rain rangelten um ein Gartenbuch (Werden Sie Meistergärtner in drei schwierigen Schritten), und Syndarys verwechselte Tex mit Pippin (Von oben sehen Hobbits alle gleich aus! verteidigte sich das Elbenmädchen energisch). Dann brach der Papierkrieg Hobbits gegen Elben los, und alles, was die Menschen tun konnte, war, in Deckung zu gehen. Und wie immer wurden die Dunklen Herrscher von den Kämpfen angezogen wie Tom Bombadil von einer Dichterlesung. Morgoth schlug sich auf die Seite der Hobbits (immerhin war ihre Spezies letztendlich verantwortlich für Saurons Sturz) während Sauron ein paar menschliche Mädchen und einige Mitglieder der Bösen Schwesternschaft um sich sammelte. Es dauerte nicht lange, bis die Bibliothek wie ein Schlachtfeld aussah, auf dem sich überall kleine Bücherstapel türmten. Lina schloss sich den Hobbits einfach zum Ausgleich an und genoss es, mit Papierbällen nach ein paar von den Mädchen zu werfen, die sie vorher so bedrängt hatten. Natürlich nahm der Spaß ein plötzliches Ende, als der Bibliothekar hereinkam, jedermann nachsitzen und das Chaos aufräumen ließ (ausgenommen Sauron und Morgoth, die sich schneller dünnemachten, als man He, solltet ihr zwei nicht auch mithelfen? sagen konnte.) He, Dot... hast du je darüber nachgedacht, wer hier der Schulleiter ist? fragte Lina, während sie ein paar der durcheinander geworfenen Bücher sortierten. Du meinst, es ist nicht Gandalf? Nein. Er ist stellvertretender Schulleiter, glaube ich. Dot zuckte die Achseln, dann hob sie Brotbein auf. Ich nehme es zu einem Spaziergang mit, vielleicht kann ich Legolas damit ködern. Er mochte dein Haustier, nicht? Ja... aber halte dich bloß von den Toiletten fern. warnte Lina. Sie wollte wirklich nicht an die ganze Hexenmauer-Angelegenheit erinnert werden (obwohl sie das überaus komische Gefühl hatte, dass ihr das auf seltsame Weise bevorstand...). Die Bibliothek leerte sich langsam; bald blieb nur noch Lina zurück (die einen verflixten, zusätzlichen Essay zu schreiben hatte). Sie hörte, wie noch jemand hereinkam, aber sie achtete nicht wirklich darauf, bis sie roch, dass dieser Jemand rauchte. Es war ein unverkennbarer Duft, und er erinnerte sie an ihren Großvater. Pfeifentabak. So spät noch auf, Lina? Sie hob den Kopf, konnte aber nicht wirklich sagen, wo die Stimme herkam. Ja... sagte sie zögernd. Ein Gedanke streifte sie. Sie sind der Schulleiter, nicht wahr? Du kannst mich so nennen. kam die Stimme wieder. Hast du Freude an meiner Welt? Ich finde, sie ist wunderbar. Sie sagte es, ohne nachzudenken. Abgesehen davon, dass es so viele schmerzhafte Dinge darin gibt. Und warum bis jetzt noch niemand Tom Bombadil umgebracht hat, werde ich nie verstehen. Oh, er ist harmlos. Die Stimme klang amüsiert, und Lina glaubte, ein Wölkchen Pfeifenrauch aus dem Schatten hervorkommen zu sehen. Haben Sie seine Gedichte gehört? gab sie zurück. Der Mann gluckste, und dieses Mal war sie sich sicher, dass sie seine Pfeife aufglühen sah. Betrachte es als ausgleichende Gerechtigkeit. Sie glaubte beinahe, ihn leise lachen zu hören, dann öffnete sich die Tür und schloss sich wieder, und sie war allein in der Bibliothek. Nur der Geruch von Pfeifentabak hing noch lange in der Luft.
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