Die Offizielle Fanfiction-Universität von Mittelerde (OFUM)
von Camilla Sandman, übersetzt von Cúthalion

Kapitel 46
Endstation Sehnsucht

Jeder von uns hat irgendeine irrationale Furcht. Furcht vor Spinnen, zum Beispiel (obwohl das in Mittelerde erwartungsgemäß weise ist – wenn man sich nicht vor einer Spinne fürchtet, die so groß ist wie man selbst, ist man entweder sehr tapfer oder sehr blöd... oder höchstwahrscheinlich beides).

Lina hatte gelernt, Mauern zu fürchten, die Poesie von sich gaben.

Nicht, dass sie wirklich irgend etwas von ihm zu fürchten hatte, es war nur... Sie wollte ihm nicht wirklich das Herz brechen, egal wie verdreht, grausam und schwarz es war. Und obwohl die Mauer auf sie gefallen war und die Welt bedroht hatte, musste sie ein paar rettende Eigenschaften haben, richtig?

Riiichtig. Also wanderte sie schweren Herzens in den Hörsaal und entdeckte die strahlende Hexenmauer, die stolz vor der Klasse stand.

Die Mauer begrüßte sie mit „Miss Holling – künftige Hexenkönigin“, und sie stöhnte. „Sie sehen exquisiter aus als je, ein Rubin von feuriger Röte. Ich würde mich vor Ihnen verneigen, wenn ich Beine hätte. Oder einen Rücken. Oder einen richtigen Kopf.“

„Er hat immer noch nicht aufgegeben, hm?“ flüsterte Dot.

„Nein.“

„Du solltest ihm von Gimli erzählen.“

“Das werde ich, das werde ich...“

Der Raum begann, sich zu füllen; ein paar Mädchen kamen sehr langsam herein. Die Mini-Balrogs hatten ein Mini-Abgrund-Skigebiet angelegt („Caradhras-Alpin-Zentrum: Für Minis mit Maxi-Ski-Träumen“), and anscheinend testeten sie die Gesetze der Schwerkraft, indem sie versuchten, herauszufinden, wie schnell Studenten mit dem Kopf zuerst hinunter sausten.

Unnötig zu sagen, dass das keine gute Art war, einen Tag anzufangen. Mercuria und Amy waren besonders steif, denn sie waren so schnell heruntergerutscht, dass die Mini-Balrogs es noch einmal testen mussten Und noch einmal. Lina schüttelte den Kopf, und ließ sich neben Lotus und Jules nieder (die in eine dieser „Männliche Rauheit gegen ewige Schönheit“-Debatten verstrickt waren – auch bekannt als der „Aragorn gegen Legolas-Disput“); sie versuchte, so tief in ihrem Stuhl zu versinken, wie sie konnte. Vielleicht konnte sie sich hinter Sunsong the Silver verstecken (die selbstverständlich silbrig leuchtete, obwohl sie darauf bestand, der Name käme nur daher, dass sie sich auf Edelsteine spezialisiert hatte. Das Licht würde die Hexenmauer vielleicht blenden).

„Heute werden wir über die Sprache des Bösen reden.“ sagte die Hexenmauer und strahlte ( sie war wirklich bis zur Schmerzgrenze poliert worden). „Es ist nicht genug, böse auszusehen, man muss auch böse sprechen. Nazgûl Zwei, zeig es ihnen!“

„Auenland...Beutlin...“ raunte Nazgûl Zwei drohend.

„Danke schön. Wenn Sie das hören, würden Sie denken, das ist a. ein netter Fremdling, der nach dem Weg sucht oder b. ein böser Störenfried?“

„Wie wär’s mit c. Idiot mit Sprachfehler?“ murmelte Niamh.

„Andere Stimmeffekte für das Böse sind das Hinzufügen eines unheimlichen Echos, so zu klingen, als würden Sie jedes Wort einzeln ausspucken, laut zu dröhnen oder eine Sprache mit vielen Konsonanten und seltsam platzierten Vokalen zu sprechen.“

„Ash nazg!“ sagte Nazgûl Drei stolz. „Nazgûl Drei erinnert sich daran von Saurons großer Rede!“

„Diese Art des bösen Zischens zu beherrschen ist lebensnotwendig, um ein Gemeiner Günstling zu sein.“ fuhr die Hexenmauer fort. „Böse Überherren...“

„Oder böse Überdamen.“ fügte Gami hinzu. .

„Schön – böse Überpersonen haben diese Kunst beherrscht, aber da sie schon einen bösen Ruf haben, setzen sie sie nicht mehr notwendigerweise ein.“

„Was meinst du damit?“ zischte Sauron und steckte seinen Kopf herein. „Ich zische besser als irgendeiner von Euch armseligen Entschuldigungen für das Böse!“

„Haben unssss auf Morgoth bezzzogen.“ sagte Nazgül Sechs hastig.

„Was? Und ob ich zische!“ Morgoth spähte durch das Fenster herein ( er saß auf Barlog, dem Balrog).

„Tust du nicht!“

„Tu ich doch!“

„Tust du nicht!“

„Tu ich doch!“

„Wir wollen die Valar finden und sie entscheiden lassen, wer am besten zischt.“

„Einverstanden.“

Sie entfernten sich und ließen die Nazgûl leise kichernd zurück.

„Auch lebenssswichtig für Gemeine Günsssstlinge: Bösssse Überpersssonen sssehr eingebildet.“ sagte Nazgûl Zwei.

„Hör dir den an – Mr. Harnisch-polieren-bissss-er-heller-ssstrahlt-alssss-die-Sssilmaril.“ murmelte Nazgûl Drei.

„Du hassst Exxxxtra-Sssstachel an Sssstiefel gessssteckt, um schrecklich ausssszusssehen!“

„Du hassst Sssstachel gessstohlen!“

„Ruhe jetzt.“ sagte die Hexenmauer. „Arbeiten Sie am Zischen und am bösen Gackern für die Prüfungen, meine Studenten. Die Klasse ist entlassen.“

Lina machte einen Satz zur Tür, aber sie war nicht schnell genug.

„Lina, ach du bist so süß,
stört es dich, wenn ich dich küss?“

Sie drehte sich um und sah die Hexenmauer an, die vor Stolz strahlte – und plötzlich schnappte etwas in ihr über.

„Ich bin vergeben, in Ordnung? Ich habe einen Freund! Sein Name ist Gimli und ich liebe ihn sehr! Also bitte... schwirr ab!“ antwortete sie hitzig.

Es folgte eine lange Stille, und Lina begriff, dass Gimli natürlich hinter ihr aufgetaucht war und zugehört hatte. Natürlich.

„Entschuldigung... ich wollte bloß heißen Sex, keine feste Bindung.“ antwortete die Hexenmauer. „Hey – bös und böse ist am besten, lass mich dein Begehren testen!“

Lina schüttelte den Kopf und schlüpfte hinaus in den Korridor. Wie erwartet war Gimli dort; er sah aus, als sei her hin- und her gerissen zwischen Überraschung und Freude.

„Du hast den anderen Studenten gerade zu einer Herzattacke verholfen!“ sagte er bewundernd.

„Außer denen, die beim Kreuzzug für Mehr Guten Willen für Gimli mitmachen.“ antwortete sie und lächelte. Seltsam, sie fühlte sich nicht verlegen bei dem Gedanken, dass sie es der ganzen Welt verkündet hatte. Gimli gluckste, und sie gingen den Korridor hinunter.

„Es gibt so etwas wie einen Notfall in der Lehrkörper-Abteilung.“ informierte er sie. „Die Mini-Balrogs haben sich explosionsartig vermehrt. Heute morgen hatten wir plötzlich Isilder, Issilder und Ilsidur, und sie hätten sich beinahe auf den armen Frodo gestürzt, wäre Gamadschie nicht dazwischen gegangen. Gimlei hat auch geholfen, der gute Junge. Es gibt jetzt so viele Mini-Balrogs, dass Miss Cam und Thundera Tiger Probleme damit haben, sie alle trainiert zu bekommen.“

„Ach du liebes Bisschen.“ murmelte Lina. Als sie die Lehrkörper-Abteilung betraten, bemerkte sie das Trio von Mini-Balrogs (Isilder, Issilder und Ilsidur), die herum sprangen und von Saron und Saruon gejagt wurden.

„Du machst Witze!“ sagte Miss Cam gerade, als sie die große Halle betraten.

„Ich fürchte nein.“sagte Shadow betrübt.

„Diese Person verdient eine ungewöhnlich grausame Bestrafung.“ sagte Dwimordene. „Eine Stunde Britney-Spears-Texte und das lebenslange Verbot, Mary-Sues zu schreiben, sollten ein guter Anfang sein.“

„Valor? Valor?“ Miss Cam klang, als sei sie hin- und her gerissen zwischen Wut und Verzweiflung. „Von all den Dingen, die sie falsch schreiben konnten, mussten es die Valar sein. Weißt du, was das bedeutet?“

„Ich glaube, das tue ich.“erwiderte Thundera Tiger. „Mini-Balrog-Götter.“

„Alle Studenten sind von Übel.“


Top            Nächstes Kapitel          Stories          Home